Mowgli und Freunde faszinieren die Zuschauer

Pressebericht Saarbrücker Zeitung 17.04.2026 von Margit Stark

Ihre Spielpause nutzt die kleine indische Tempeltänzerin, um die Nähe von Mama Lisa-Marie Steuer, Oma Beatrix und Opa Anselm Theis zu suchen, die im Zuschauerraum der Merziger Stadthalle Platz genommen haben. Während Helena ihre Pause genießt, geht es auf der Bühne weiter. entführen ihre Mitspieler die Gäste in dem voll besetzten Saal in den indischen Urwald. Das Dschungelbuch haben sich die Verantwortlichen der Musikschule des Kreises Merzig-Wadern für die Premiere ihres neuen Leiters Tassilo Welsch ausgesucht. Der passionierte Musiker und Kreisdirigent des Bundes Saarländischer Musikvereine (BSM), seit August vergangenen Jahres Chef einer der größten Institution dieser Art im Saarland, zählt zu den gut 100 Akteuren, die bei diesem mitreißenden Musical auf der Bühne stehen. Rund 70 Jungen und Mädchen wirken nach seinen Worten mit, dazu gut 20 Musiker und 20 Chorsänger.

Welsch hat die Aufgabe übernommen, das Orchester zu leiten, bei dem auch Sohn Emil mitspielt, ein Schüler der Musikschule. Er hat sich an diesem Nachmittag auf Percussion spezialisiert. Mit Argusaugen verfolgt Brüderchen Paul, gut behütet an Mamas Seite, die Auftritte von Emil und Papa Tassilo – ebenso wie die temperamentvolle Story nach Noten, die von Freundschaften über Grenzen hinweg erzählt und die Helden so manches Abenteuer bestehen lässt. So wurde das Menschenkind Mowgli vom Tiger Shere-Khan in den Dschungel verschleppt. Der Panther Bagheera rettet Mowgli und sorgt dafür, dass er bei einem Wolfsrudel aufwächst. Da Shere-Khan auf Rache sinnt, müssen sich Mowgli und seine Freunde Baloo und Bagheera etwas einfallen lassen, während die freche Affenbande den Urwald durcheinanderwirbelt und die geheimnisvolle Schlange Kaa ihre Ränke schmiedet – Szenen, die die Schauspieler, Musiker und Tänzer zwischen drei und acht Jahren mit Begeisterung auf die Bühne bringen. Mit Feuereifer stellen die Jungs und Mädchen der musikalischen Früherziehung in der Musikschule unter Beweis, was sie erlernt haben. – begeistert gefeiert von Eltern, Geschwister, den Großeltern, Tanten und Onkeln. Um alle ihre Akteure mit samt der Kulisse im Blick zu behalten, hat sich Musiklehrerin Tanja Bieber einen Platz direkt vor der Bühne gesichert.

Kein Detail entgeht ihr. Temperamentvoll gestikuliert die Frau, die die Gesamtleitung übernommen hat, bei den Auftritten mit, feuert an, leistet Schützenhilfe, gibt die eine oder andere Order aus und hängt an den Lippen ihrer Darsteller – so wie bei dem Geständnis des schwarzen Panthers Bagheera, der von Alena Schanno gespielt wird. Er fürchtet, dass der mächtige Tiger Shere-Khan (Paul Kissenkötter) als Sieger des Dschungels hervorgeht. Doch davon will Mowgli (Till Obst) nichts wissen und nennt den Angreifer einen „stinkenden Bettvorleger“.

Und Bär Baloo (Aylin Beydili), der für Ruhe und Gemütlichkeit bekannt ist, gibt dem Menschenkind Recht. Jede Menge an Text haben die Hauptdarsteller zu bewältigen, eine Herausforderung, die sie mit Bravour bewältigen.

Der Applaus der Zuschauer ist ihnen gewiss – bei jedem Auftritt. Beifall brandet auch für die lustige Elefantenparade auf, eine der wohl bekanntesten Szenen aus dem Disney-Klassiker „Das Dschungelbuch“, die bei der Aufführung der Musikschule von Pandora Koss als Hathi angeführt wird. Johanna Schanno, das Schwesterchen einer der Hauptdarstellerinnen, exerziert als Soldat in der munteren Truppe mit – ebenso wie der kleine Mohr alias Marlie Müllenbach, der kleine Trampler (Lucie Schwer) und der Stampfer (Tilman Gimmler). Auch an der Affenbande, den Wölfen, den Geiern und der Schlange, deren Kopf und Schwanz Kinder zum Leben erwecken, haben die Zuschauer ein tierisches Vergnügen. „Eine Super-Inszenierung mit vielen Talenten und tollen Musikern“, lobt eine Oma, stolz auf ihre beiden Enkel, die auf der Bühne stehen.